"Sieg im letzten Heimspiel"

on 31. 05. 2017
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Freibier, gutes Wetter, gute Laune und ein Grillmeister am Seitenrand. Mit diesen Vorzeichen bereitete sich unsere erste Herren auf ihr letztes Heimspiel gegen Frisia Vrees am vergangenen Sonntag vor. Plakate wurden aufgehangen und im Internet zur Teilnahme angeregt. Das sollte sich bezahlt machen, denn große Menschenmassen besuchten unser letztes Heimspiel. Nun ja, ganz so war es dann doch nicht. Immerhin hat sich der eine oder andere Zuschauer mehr zum Sportplatz verirrt oder ist dem Ruf des Freibieres gefolgt und wollte sich das "Gekicke" in der 1. Kreisklasse zu Gemüte führen.

14 Spiele in Folge ungeschlagen, eine Serie die in vergangenen Jahren wohl jedem die Sprache verschlagen hätte. Das man noch die Relegation erreichen könnte, wissen trotzdem die Wenigsten. Gut, auch wir glauben nicht wirklich daran. Es müsste schon ein Wunder geschehen, oder zumindest irgendein weit entferntes indigenes Volk ein Tanzritual darbieten, damit die anderen Mannschaften die notwendigen Punkte liegen lassen, um uns die Relegation zu schenken.


Genug Vorgeplänkel. Wer war eigentlich Gegner ? Gute Frage. Zu Gast war Frisia Vrees, oder wie man sagen könnte, der 1.FC Köln der 1. Kreisklasse, mal abgesehen vom Tabellenplatz. Bislang 50 Tore geschossen und allein 30 davon machte Anthony Modeste. Ach nee, war ja doch nur der Jürgen Beckmann. Phänomenal, da schießt er 30 Tore und ist gegen unsere Elf gesperrt. Hat auch Vorteile, zwar haben wir mittlerweile die drittbeste Abwehr, aber wie wir das geschafft haben, wissen wir selber nicht. 


Es waren gefühlt 80°C auf dem Platz und die Verlockung direkt nach dem gekühlten Bier zu greifen war groß. Aber ein bisschen Fußball sollte ja dann auch noch gespielt werden. Ein bisschen ist auch das richtige Stichwort. Viel kam bei perfektem Badewetter nicht zustande. Die Luft, die nie wirklich im Spiel war, ging schon zu Beginn verloren. Catenaccio auf Kreisklassennievau bot die Frisia aus Vrees. Woher soll's auch kommen, wenn sich die Offensive quasi selbst beseitigt. Und unser SVN glänzte auch nicht mit Spitzenfußball.


Ob es auch Chancen gab fragt man sich ? Hin und wieder mal bestimmt. In Minute 11. zum Beispiel. Thomas Schürmann hat es geschafft die aufgewühlte Zuschauerschaft in Ekstase zu versetzen. Nach Vorlage von Jonas Janßen bugsierte er den Ball am Torwart vorbei ins Tor. Die Frauen schrien als gäbe es keinen Morgen mehr. Die Freude war groß, nicht am Spiel, sondern das überhaupt mal was passiert ist. Ansonsten gab es lustiges Ballgeschiebe in unserer Defensive, um es nicht als Ideenlosigkeit zu bezeichnen, und vage Versuche ein Kombinationsspiel aufzuziehen. Es spielt hier eben nicht Juventus Turin gegen FC Bayern München, sondern "nur" Neubörger gegen Vrees. 


"Neubörger vor, noch ein Tor!", hallte es von den Rängen. Wenn die Stimmung einem solchen Spiel schon so gut ist, fragt man sich wo die Begeisterung nach Spielen wie gegen Sögel und/oder Esterwegen geblieben ist. Achja, das hat ja fast keiner gesehen. Aber das Bier scheinte ja zu schmecken. 


In der ersten Halbzeit geschah nicht viel mehr, ein Versuch aus der zweiten Reihe hier, ein durchgerutschter Eckball/Freistoß von uns da. Was machte Vrees eigentlich ? Richtig, eigentlich auch nichts. Ähnlich wie im Spiel davor, gegen Hilkenbrook, mehr Sommerkick als Fußballfest. Umso befreiender war der Pausenpfiff des Schiedsrichters. Weg von der drückenden Sonne in die Kabine, nachschwitzen und mit noch schwereren Trikots in die zweite Halbzeit stapfen.


"Ihr könnt euch heute doch nur selber schlagen", "Die sind doch nichts", "die 0 muss heute stehen bleiben", so in etwa kann man den Aufenthalt in der Kabine wiedergeben. Zwar alles klassische Fußballphrasen, aber irgendwie passen sie doch wieder.


Man war zwar nicht gewillt die zweite Halbzeit zu spielen, aber irgendwie musste man dem Bier ja ein Stück näher kommen. In der Angst, die entzückten Fans am Seitenrand saufen alles weg, raffte man sich noch einmal auf und nahm den Sonnenbrand in Kauf. Viel geändert hat sich auch nach dem Pausentee nicht. Es ging wie zuvor quasi nur in eine Richtung, in die Hälfte der Frisia.


Marcel Hanekamp sollte die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als er aus 3 Metern nicht das freie Tor, sondern lediglich den Pfosten traf. Sowas würde in jedem Bundesligarückblick zum Klassiker werden. Übrigens hat sich Kylian Mbappé den Torjubel bei Marcel abgeguckt, im Gegenzug hätte er wenigstens ein paar Tipps geben können, wie man nicht nur Doppelpässe mit dem Aluminium spielt, sondern die Pille daran vorbeispielt. Einen schönen Spielzug sollten die wonnevollen Zuschauer dann doch noch bejubeln können. Andre Rosenboom kombinierte sich von hinten links zusammen mit Djeman Diabate in den 16er der Gäste. Verwundert war Ersterer nicht nur selbst, dass er bei dem Sprint über 70 Meter nicht kollabierte. Hatte selbiger doch vor ein paar Wochen gegen Börger nach wenigen Minuten schon vehement die Trinkflasche mit Wasser gefordert. Nachdem Djeman noch 3-4 Gegenspieler stehen ließ, haute er das Ding auch ins Tor. Die Freude und das Geschrei auf der Tribüne war kaum mehr zu bremsen.


15 Minuten musste unsere Mannschaft jetzt unter der brüllenden Hitze noch überstehen und ging wieder zum Ballgeschiebe über. Man konnte das Bier schon in den Mündern schmecken und der Geruch des Grilles machte sich breit. In den Köpfen der Spieler gab es nur noch einen Gedanken: "Schiri pfeif' das Spiel ab, bitte!". Wenig später war es dann auch geschafft. Mit den vollgeschwitzten Trikots hätte man einen Swimmingpool füllen können. Der Schiri hatte die Pfeife quasi noch im Mund, als die ersten Spieler schon ihr kühles Blondes in den Händen hielten. Naja, Rückrundenmeister mit 15 ungeschlagenen Spielen in Serie, dass sollte zumindest ein wenig begossen werden. 


Am letzten Spieltag geht es  um die goldene Ananas. Lathen weigerte sich gegen Heede, die Relegation perfekt zu machen und lässt auf den Showdown gegen uns ankommen. 4 Mannschaften kämpfen noch um den zweiten Platz. Unter anderem Sögel (58 Punkte), Esterwegen (58 Punkte), Lathen (60 Punkte) und eben wir als Fünfter mit 57 Punkten. Gemäß dem Motto "nehmt ihr die Punkte, wir haben sie sicher" machte die Liga Rhede einen Spieltag vor Schluss zum Meister der 1. Kreisklasse. Gratulation dazu!


Wer Lust und Laune hat, kann uns selbstverständlich in Lathen unterstützen. Gespielt wird am Freitag, den 09.06, in Lathen um 19:30.                                                 Zum Schluss noch ein "gut Kick" in die Runde!


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Torschützen:               1-0 Thomas Schürmann (11., Jonas Janßen), Djeman Diabate (75., Andre Rosenboom)


gelbe Karten:              -


Auswechslungen:        Djeman Diabate für Mamadi Diabate (75.), Stefan Schwarz für Marcel Hanekamp (81.), Patrick Schuten für Thomas Schürmann (87.)


Besonderheiten:         -